Darmkrebs ist keine Frage des Alters!

Naciye Schmidt Medizin & Healthcare

Warum Vorsorgeuntersuchungen ab 40 Jahren sinnvoll sind

Darmkrebs gilt als eine Erkrankung, die fast ausschließlich ältere Menschen trifft. Krebsregisterdaten aus Frankreich und Amerika zeigen jedoch, dass die Anzahl der von Darmkrebs betroffenen unter 50-Jährigen seit den 90er Jahren jährlich um etwa 1,5 Prozent steigt. Da in diesem Alter jedoch keine Vorsorgeuntersuchungen stattfinden, wird der Krebs erst spät erkannt, wodurch die Heilungschancen meist sehr schlecht sind. Dr. Nicole Steenfatt, Fachärztin für Chirurgie und Viszeralchirurgie in der Darmklinik Exter, plädiert aus diesem Grund dafür, Maßnahmen zur Darmkrebsvorsorge insbesondere bei einem bestimmten Risikoprofil schon ab etwa dem 40. Lebensjahr wahrzunehmen.

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen ab dem 55. Lebensjahr für eine Reihe von Darmkrebsvorsorgemaßnahmen auf. Dazu zählt alle zwei Jahre ein Test auf okkultes (unsichtbares) Blut im Stuhl sowie zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. „Das ist deutlich zu wenig“, findet Dr. Steenfatt von der Darmklinik Exter. „Wir haben immer mehr junge Patienten, die von Darmkrebs betroffen sind und die aus diesem Grund in der Regel viel zu spät einer wirksamen Therapie zugeführt werden können.“

Immerhin rund 10 Prozent der von Darmkrebs Betroffenen sind heutzutage unter 50 Jahre. Insbesondere die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen erkrankt dabei neuerdings häufiger. „Im Gegensatz zu Darmkrebs bei älteren Menschen sind hier die Ursachen noch unbekannt“, berichtet Dr. Steenfatt. „Wir gehen davon aus, dass die genetische Veranlagung hier nur etwa 30 Prozent ausmacht.“ Als weitere Gründe werden eine ballaststoffarme Ernährung mit zu viel rotem Fleisch, Übergewicht, Stress und Nikotinkonsum diskutiert. Viele junge Patienten kennen ihr Risiko nicht und fallen daher sprichwörtlich aus allen Wolken, wenn sie die Diagnose Darmkrebs erhalten.

Besonders fatal: Da Darmkrebs keine Beschwerden verursacht, wird er bei jungen Patienten aufgrund der fehlenden Vorsorgemaßnahmen in der Regel viel zu spät entdeckt. „Die Therapiebarkeit von Darmkrebs ist allerdings nur dann wirklich gut, wenn er sehr früh bemerkt wird“, erläutert Dr. Steenfatt. „Daher stehen die Chancen für junge Patienten, deren Erkrankung erst spät diagnostiziert wird, sehr schlecht und die Mortalität ist deutlich erhöht.“

Auf die Frage, welche Patienten eine frühe Darmkrebsvorsorge wahrnehmen sollten, antwortet Dr. Steenfatt: „Ich empfehle sie jedem, der in seiner Familie Fälle von Darmkrebs oder Darmpolypen hat. Außerdem haben Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Chron ein 2,5-fach erhöhtes Darmkrebsrisiko, bei Patienten mit Diabetes Mellitus liegt es sogar dreimal höher.“ Insbesondere bei diesem Risikoprofil, so Dr. Steenfatt, sollten idealerweise bereits ab dem 40. Lebensjahr entsprechende Vorsorgeuntersuchungen wie die Darmspiegelung durchgeführt werden.

Eine Darmspiegelung ist nichts, wovor man Angst haben müsste. „Es ist eine absolut schonende und schmerzfreie Untersuchung“, weiß Dr. Steenfatt. In der Darmklinik Exter erhalten Patienten im Vorfeld zudem ein leichtes Beruhigungsmittel, sodass sie ganz entspannt sind und von der Prozedur kaum etwas mitbekommen. Die Darmspiegelung macht dabei nicht nur die unterschiedlichen Darmabschnitte sichtbar, sondern ermöglicht auch die Entnahme von Gewebeproben oder die Entfernung von Darmpolypen.

Patienten, die Sorge tragen, dass sie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko haben, können sich in der Darmklinik Exter persönlich und einfühlsam beraten lassen. „Gemeinsam erörtern wir dann das persönliche Risikoprofil und legen fest, ob und wann eine frühe Vorsorge sinnvoll ist“, sagt Dr. Steenfatt.

Über die Darmklinik Exter

Die Darmklinik Exter ist ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum, das acht medizinische Fachgebiete unter einem Dach vereint: Gastroenterologie, Proktologie, Chirurgie, Urologie, Psychotherapie, Ernährungsmedizin, Naturheilmedizin und Medical Wellness. Seit über 20 Jahren arbeiten Ärzte, Therapeuten und medizinische Assistenten mit umfassender Erfahrung hier zusammen und entwickeln gemeinsam innovative und individuelle Therapiekonzepte für Behandlungen auf höchstem medizinischem Niveau. Egal, ob es um Prävention, Akutmedizin oder Nachsorge geht: In der Darmklinik Exter steht der Patient im Mittelpunkt. Besonderen Wert legt die familiengeführte Klinik dabei auf menschliche Zuwendung und gegenseitige Wertschätzung – denn Glücklichsein ist für die Gesundheit allgemein und im Speziellen für die Darmgesundheit unabdingbar.

Weitere Informationen unter www.darmklinik.de